Baumpflanzer

Unsere erste Pflanzung

Langnau am Albis, 16. Dezember 2020. Es ist 13:45 Uhr. Wir parken beim Wolfgraben und laufen zum Luchsweg Richtung Albisstrasse. Der Ort, an dem wir die ersten beiden Bäume pflanzen werden, ist eine kleine Grünfläche von ca. 400 m², die der Gemeinde gehört. Es ist ein absoluter Premium-Ort. Es ist die Kreuzung zwischen Albisstrasse und Schwerzistrasse. Die Albisstrasse ist eine regelmäßig befahrte Strasse, die Adliswil mit Langnau am Albis verbindet und zum Albis führt.

Der Parkplatz des beliebten Wildnisparks Langenberg befindet sich diagonal gegenüber dieser kleinen Grünfläche.

Daniel und Samuel sind aufgeregt. Erst beim Laufen merke ich, dass sie nicht wirklich geeignete Schuhe für unser Projekt tragen. Meine Frau trägt schöne Stiefel. Ich denke, Sie möchte damit andeuten, dass sie keine Bäume pflanzen wird. Aber das ist okay, denn wir brauchen einen Fotografen, der unseren ersten Tag dokumentiert.

Um genau 14.00 Uhr, kommen drei Männer von der Gemeinde an. Es handelt sich um den Leiter für Bau und Infrastruktur (B&I), den Leiter für Infrastruktur und den Gemeinschaftsgärtner. Sie haben vier Bäume ausgewählt, gekauft und an den dafür vorgesehenen Stellen platziert. Es gibt eine kurze Einführung vom Leiter von B&I. Er übergibt das Wort dem Gärtner, der uns alles über die ausgewählten Bäume erklärt. Nach ein paar Minuten bedankt sich der Leiter von B&I bei uns, lobt unsere Idee und macht sich wieder an die Arbeit.

Der Gärtner erklärt uns, dass wir an dieser Stelle eine Weisstanne und eine Stieleiche pflanzen werden. Beide Bäume erreichen eine Höhe von 20m-50m, wobei die Weisstanne, aufgrund ihrer Schattentoleranz, schnell wächst und beide bis zu 500 Jahre alt werden können! Beide Bäume werden etwa 10 Meter voneinander entfernt gepflanzt. Daniel und Samuel beginnen an den markierten Stellen die Löcher zu graben. Sobald die Löcher tief genug sind, verteilen wir Hornspäne (ein organischer Dünger) im Loch. Bevor wir die Weisstanne pflanzen, müssen wir die Wurzeln abschneiden, die herausragen. Für einen guten Halt muss ein Pfahl nah am Baumstamm stehen – wenn möglich nicht weiter als eine Handbreite entfernt. Die Länge der Pfähle richtet sich nach der Höhe des Kronenansatzes der zu pflanzenden Bäume, denn sie sollten etwa zehn Zentimeter unterhalb der Krone enden. Stehen sie höher, können sie bei Wind die Rinde der Äste beschädigen, enden sie tiefer, bricht die Krone bei starkem Sturm leicht ab. Der Pfahl und der Stamm werden mit einem Kokosstrick zusammengebunden. Dieser wird doppelt gelegt und in Form einer Acht um Pfahl und Stamm gebunden. Anschließend wickelt man das lange Ende der Schnur vom Stamm Richtung Pfahl fest um den Mittelteil und verknotet es am Pfahl. Dieser wird zweimal gelegt und in Form einer Acht um den Pfosten und Stamm gebunden. Der Kokosstrick ist sehr elastisch, fest, schwer zu entzünden und langlebig. Die Kokosfasern sind unempfindlich gegen Pilz- und Bakterienbefall und können monatelang Feuchtigkeit standhalten. Sie zersetzen sich nach 3-4 Jahren und sind daher umweltfreundlich. Schliesslich legen wir einen schwarzen Schutzgitter aus Kunststoff um den Stamm der Stieleiche. Dieses aufgerollte Gitter hält durch seine eigene Spannung. Dies macht es sehr einfach zu befestigen. Das Gitter wächst mit der Dicke des Stammes. Wir haben ungefähr eine Stunde gebraucht, um beide Bäume zu pflanzen.

 

 

Weiter geht es zum Gartendörfliweg. Dieser befindet sich nordöstlich des Wildnisparks Langenberg, neben dem Sihl und zwischen den Stationen Sihlau und Wildpark-Höfli. Dieser Weg liegt 4 min zu Fuss von der Wildpark-Höfli Station entfernt und führt zum Eingang einer herzigen Siedlung von Einfamilienhäuser am Sihl. Der Wildnispark ist von hier leicht zu Fuss zu erreichen. Hier werden wir die nächsten zwei Bäume pflanzen. Es handelt sich um eine silberne Weide und eine Walnuss. Die Silberweide kann eine Höhe von bis zu 35 m erreichen und bis zu 500 Jahre alt werden. Die Walnuss kann eine Höhe von bis zu 25 m erreichen und bis zu 150 Jahre alt werden. Das Pflanzen dieser beiden Bäume nimmt mehr Zeit in Anspruch, da sie sich an einem Hang befinden. Es gibt auch viele Steine unter der Erde, was das Graben erschwert. Mit meinen Wanderschuhen bin ich dafür gut ausgestattet, aber Daniel und Samuel tragen immer noch Turnschuhe. Zum Glück fuhr Mama schnell nach Hause und holte ihnen ihre Wanderschuhe.

 

 

Unsere Mission endete um 15:30 Uhr. Alle vier Bäume wurden sorgfältig gepflanzt. Wir haben viel gelernt und sind erschöpft. Der Gärtner hat uns geholfen und viel beigebracht. Wir sind ihm und dem gesamten Team der Bau- und Infrastrukturabteilung von Langnau am Albis sehr dankbar. Die Zusammenarbeit war ausgezeichnet.

Wir sind so froh, dass wir diese Bäume pflanzen durften. Hoffentlich konnten wir damit unser Vermächtnis für die nächsten Jahrhunderte hinterlassen.

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